Sonntag, 5. August 2018

Eine Allegorie der Diktatur

Lange habe ich mich dem Hype um die Panem-Reihe widersetzt, zwar die ersten beiden Filme gesehen, die mich allerdings nicht so vom Hocker gerissen haben. Bis ich vor Kurzem alle drei Bände für einen Schnäppchenpreis entdeckt habe und mir dachte: „Kann ja nicht schaden.“

Und tatsächlich nur kurze Zeit später nach einem besonders blutigen Thriller erschien mir der richtige Zeitpunkt, mich mit „Jugendliteratur“ abzulenken. Was danach kam, kann ich nur als Leserausch beschreiben. Innerhalb von wenigen Stunden habe ich das Buch gefressen, ich las, wo ich gerade ging und stand, obwohl ich ja bereits wusste, was passieren würde. Aber wie zu erwarten, hat das Buch so viel mehr Tiefe als der Film, die Charaktere sind dem Leser so nahe, die Beschreibungen so realistisch und greifbar, dass man förmlich neben Katniss durch die Arena läuft. Gleichzeitig gelingt es Suzanne Collins ganz hervorragend, die Gefühle der Machtlosigkeit und Unterdrückung durch das diktatorische Kapitol anhand der Figuren auf den Leser zu übertragen. Die Ungerechtigkeit wird spürbar, der Widerstand beginnt sich auch im Leser zu regen, die Wut brodelt. Das Ende ist so furchtbar grausam beschrieben, dass ich ein ganz mulmiges Gefühl im Bauch hatte und ebenso wie Katniss und Peeta einfach nur noch darauf gehofft habe, dass es endlich vorbei sein möge.

Fazit: Ich bin absolut umgehauen, so hervorragend wird diese politische Ungerechtigkeit vermittelt. Endlich wieder ein „Jugendbuch“, das das Zeug hat, Generationen durch seinen Tiefgang zu überbrücken. Reife Leistung und nicht weniger als 5 Sterne wert!

Hard Facts:
ISBN: 9783841501349
416 Seiten

Bis bald
Frau Schafski

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